Kommentare

Dramatische Nebenwirkungen überdosierter Panikmache
In GESELLSCHAFT
Jasmin
18. Apr. 2021
Ist auch meine Beobachtung, dass heute in der linken Kommunikationsblase bisweilen eine seltsame Form von Toleranz, die ja als Wert hochgehalten wird, vorgelebt wird. Da wird oft sehr schnell und mit Schaum vorm Mund jeder abgekanzelt und als Sexist, Nazi, Nationalist usw abgekanzelt, der nicht voll auf der eigenen Linie ist. Die vielgelobte Differenz und Vielfalt wird dagegen selten mal ausgehalten, lediglich wenn sie oberflächlich bunt und leicht konsumierbar ist. Wenn es aber ans Eingemachte geht und Unterschiede wirklich herausfordern, dann folgt eher Diskursverweigerung statt Dialog. Ich weiss nicht, ob das daran liegt, dass seit einigen Jahrzehnten zumindest gesellschaftspolitisch einstmals linksaussen Positionen Mehrheitsmeinung sind und man sich in dieser breiten Masse einfach keinen Anfechtungen mehr stellen muss und will. Der Stärkere muss die eigene Haltung nicht so oft rechtfertigen, da mag viel konstruktive Auseinandereinandersetzungsfähigkeit und -willigkeit verlernt worden sein. Ich weiss es nicht, bin auch zu jung einen persönlichen Vergleich zu den 70/80er zu ziehen. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob man damals wirklich so besonders viel Abweichungen innerhalb der Linken ausgehalten hat; Gruppen scharen sich ja meist um ein gemeinsames Weltbild und Menschen mit anderer Meinung sind in der Regel aussen. Sehr schade ist, wenn - wie in diesem Beispiel - es offenbar gar keine Rolle spielt, welche Erfahrungen man mit einer Person bisher immer gemacht hat. Wenn ich jemanden gut kenne, immer der Ansicht war, dass er ein offener und wohlmeinender Mensch ist, dann kann ich ihm auch erst einmal zuhören, auch wenn ich grundsätzlich anderer Ansicht in dem Thema bin. Er mag ja trotzdem einen guten Punkt haben, den ich übersehen habe.
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Jasmin

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