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Forumbeiträge

Tom Can
27. Feb. 2021
In GESELLSCHAFT
Immer wieder stehen wir fassungslos vor der uns entgegenschwappenden Ignoranz verschiedener Zeitgenossen in Sachen C-Geschehnisse. Vielleicht machen wir es uns zu einfach und scheren sie alle über einen Kamm. Bis vor kurzem hab ich nur drei unterschiedliche Typen unterschieden, nämlich "einfach nur blöd", "gekauft" und "desinteressiert". Zur individuelleren Behandlung bedarf es möglicherweise weiterer Unterscheidungen. Hier ein Versuch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: IM) ideologisch Motivierte UI) nicht oder unzureichend Informierte aus UI1) Zeitmangel UI2) Desinteresse UI3) Fehlende Möglichkeiten GU) geistig Unterbelichtete VP) erfolgreich durch Propaganda Verängstigte GG) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeit stehende BH) bezahlte Helfer ZM ) Gezwungene ZME) durch Erpressung ZMD) durch Drohung Interessant ist nicht so sehr die Frage, wo es Überschneidungen gibt, sondern wo es lohnenswert ist, mit Überzeugungsarbeit anzusetzen und wie die Überzeugungsarbeit in welchem Fall aussehen müsste. Ich stelle in meinem Dunstkreis fest, dass dort im wesentlichen UI1er und UI2er existieren. Meine Befürchtung ist allerdings, dass die IM-Gruppe recht groß ist, hier kann man sich aber täuschen, weil auch jede Menge Chatbots bzw. Bezahlte zum Einsatz kommen. Die Gruppen sind auch nicht ganz überschneidungsfrei. Meine Vermutung ist auch, dass gerade bei Prominenten die Z-Gruppe eine gewisse Rolle spielt. Vielleicht ist das, was ich mir da ausdenke, auch nur pseudoakademischer Schwachsinn, vielleicht regt es aber manche von uns mal an, das offenbar ignorante Gegenüber etwas näher zu durchleuchten.
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Tom Can
20. Feb. 2021
In POLITIK
...aber nicht die Partei "Die Linke". Was sie im Nordkurier von sich gegeben hat, halte ich für lesenwert. Mal sehen, was ihre Partei und was die vielen intoleranten Politiker dazu sagen. Ich stelle den Artikel hier mal zur Diskussion. Für mich ein weiterer Beweis, dass es bei den aktuellen Diskussionen nicht so sehr um links oder rechts, sondern im wesentlichen um das Thema Vernunft geht. Und Wagenknecht halte ich für vernünftig, jedenfalls mit vielem, was sie in letzter Zeit so sagt. https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/sahra-wagenknecht-wirft-linken-intoleranz-vor-0142272802.html Ein Zitat daraus: "über die Geisteshaltung vieler Linker: „Wer nicht für mich ist, ist kein Andersdenkender, sondern ein schlechter Mensch. Das ist ein typisches Herangehen des linksliberalen Milieus: Wer für eine Begrenzung von Zuwanderung ist, ist ein Rassist. Wer CO2-Steuern kritisiert, ein Klimaleugner. Und wer die Schließung von Schulen, Restaurants und Fitnessstudios nicht für richtig hält, ein ‘Covidiot’.“
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Tom Can
18. Feb. 2021
In POLITIK
Ich sehe es als Hoffnungsschimmer, was die Rolle der Medien angeht, dass man dort inzwischen Dinge lesen kann, die viele bis vor kurzem (und einige wohl auch heute noch) Verschwörungstheoretikern zugeordnet hätten. Wenn ich gerade noch mehr Zeit hätte, würde ich mir die Mühe machen, einige andere Beispiele herauszusuchen, aber ich belasse es mal bei den folgenden Zitaten: "Der Begriff Inzidenz ist schon unzulässig und falsch. Die Melderaten, die sehr unzuverlässig sind, werden da einfach hochgerechnet. Wenn sie viel testen, sind die Zahlen hoch, testen sie wenig, sind sie niedrig. Es ist ein Skandal, dass mit diesen Zahlen gesteuert werden soll." und "..die politische Führung verbreitet keine Botschaft, die eine Aufbruchsstimmung erzeugen kann. Nur Angst. Und das seit einem Jahr. Die ganze Gesellschaft ist in einem passiven Schockzustand." und "Da sind Leute federführend, die Infektionen nur im Labor beobachten." sowie "Die Bedrohlichkeit der Mutationen ist ja nichts weiter als Propaganda. Die Studien geben es nicht her. " Nein, das kommt nicht von Heiko Schrang oder Ken Jebsen und es steht nicht bei nuoviso oder nachdenkseiten. Man findet es bei Focus (https://www.focus.de/gesundheit/news/kritik-am-merkel-kurs-kanzlerin-leidet-unter-kuba-syndrom_id_12971235.html) und es sind Aussagen von Prof. Schrappe, der wie viele seiner Kollegen schon seit langer Zeit kein Gehör findet in der neu-kreierten Corona-Sonder"demokratie". Schrappe, der vor wenigen Wochen schon einmal einen Moderator bei heute live in die Bredouille brachte, als er das Zahlen-Verwirrspiel des RKI kritisierte (https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/videos/schrappe-corona-kritik-video-100.html). Ob es solche "aufmüpfigen" Regungen auch im Spiegel gibt, weiß ich nicht, da schaue ich seit Monaten nicht mehr rein.
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Tom Can
17. Feb. 2021
In GESELLSCHAFT
Was mir gestern Abend zu Ohren kam, passt gut zu Lizard's Beitrag. Es hat mich zutiefst schockiert, wenn auch nicht komplett verwundert: Spanien ist ja in den letzten Jahren gerade für junge Leute in Sachen Arbeitsplatz leider ziemlich unattraktiv geworden. Und so kenne ich eine Reihe junger Leute, die sich - noch vor der C-Ära - entschlossen, auszuwandern. Ich hatte einigen davon vorher beim Erlernen der Sprache geholfen, bei Stellensuche, Lebensläufen und Anschreiben unterstützt und zu einigen halte ich bis heute Kontakt. Gestern Abend telefonierte ich mit einem jungen Mann, der vor knapp 2 Jahren nach Österreich ging. Er hatte auch etwas Pech, denn mit Ablauf seiner Probezeit kam die C-Thematik und sein Arbeitgeber musste schliessen, aber er konnte relativ schnell einen neuen Job finden. Aus ökonomischen Gründen wohnt er inzwischen in einer WG, die aus 5 relativ jungen Leuten zwischen 20 und 30 besteht. Wie er mir glaubhaft berichtete, verlassen 3 der Personen aus Panik vor Ansteckung seit über einem halben Jahr das Haus ÜBERHAUPT NICHT mehr, einer nur sporadisch. Er sei der Einzige, der soweit derzeit dort möglich, ein normales Leben führt, Sport treibt, die Landschaft erkundet, ein neues Hobby entdeckt hat und mit anderen jungen Leuten im Rahmen dessen, was erlaubt ist, das recht arbeitsfreie Leben genießt. Man muss sich das einmal vorstellen: Sogar junge und daher mehr oder minder ungefährdete Leute trauen sich nicht mehr auf die Straße. Sie bestellen alles per Internet und lassen es sich an die Tür liefern. Ich weiß es nicht, wie es in Sachen Körperhygiene bestellt ist, aber vielleicht will ich es gar nicht wissen. Das ganze geht sogar so weit, dass eine der Personen den ganzen Tag mit Desinfektionsmitteln alle Oberflächen abwischt und meinem Bekannten vorwirft, er würde alle anderen gefährden, weil er das Haus verlässt und Dinge in den Gemeinschaftsräumen berührt und kontaminiert. Was diesen Leuten offenbar nicht bewußt zu sein scheint, ist die kontinuierliche negative Beeinflussung ihrer Gesundheit und damit ihrer natürlichen Abwehrkräfte. Ungesundes Fertigessen, so gut wie keine Bewegung, kaum frische Luft, kaum Sonne. Sie bereiten sich auf diese Weise bereits in jungen Jahren gezielt auf ihr frühzeitiges Ableben vor. Und da wird mir nicht zum ersten Mal bewußt, wie es den Senioren geht, die nicht das Glück haben, in einer vernünftig geführten Einrichtung zu leben. Die nicht über alternative Informationsmöglichkeiten verfügen. Deren Sozialkontakte sich bestenfalls auf inhaltleere Konversationen mit anderen Leidensgenossen beschränken. Nach der Zombifizierung vieler Wirtschaftsunternehmen droht nun offenbar auch die Zombifizierung von Individuen. Und das durchaus auch bei einigen jungen Leuten. Ich hoffe, dass das seltene Extremfälle sind, aber sicher bin ich nicht.
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Tom Can
11. Feb. 2021
In POLITIK
Ich bin nun sicherlich kein großer Fan von Donald Trump gewesen. Aber erst recht keiner von Kriegstreibern. Die ersten Schritte zur Erhöhung der Spannungen zwischen Supermächten hat sein Nachfolger flugs in die Wege geleitet, indem Bomber nach Norwegen verlegt werden. Die Rüstungsindustrie dürfte sich freuen und unser Außenminister Maaß fühlt sich nun sicher wie ein Knirps, dem endlich der große Bruder zu Hilfe kommt, damit er sich ungestraft aufplustern kann. Vorgeschobener Mit-Auslöser: der Fall Navalny, dessen Persönlichkeit ich zu wenig durchschaue, als dass ich mir ein Urteil erlauben könnte.
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Tom Can
08. Feb. 2021
In KAFFEEPAUSE
Hat noch jemand Hart aber Fair gesehen? Jan Fleischhauer in Höchstform war von Moderator Plasberg nicht zu bremsen und sprach Klartext. Wird sicher nicht mehr eingeladen. Auch von der Leyen bekam ihr Fett weg, gleich von mehreren Gästen. Manches mag die Zuschauer irriert haben. Hoffentlich.
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Tom Can
07. Feb. 2021
In WIRTSCHAFT
Zugegeben: Technisch hat sich da Einiges getan seit den 90ern, wo ich an einer Videokonferenz zwischen einem großen deutschen Unternehmen und einem US-amerikanischen teilnahm. Das war ein ziemliches Novum und entbehrte nicht einer gewissen Komik. Wie die Bienen schwirrten die technikverantwortlichen im Besprechungs- und Übertragungsraum herum, justierten Mikrofone, Telefonleitungen, Projektoren etc. mit recht bescheidenen Ergebnissen. Technisch hat man das heute doch weitgehend im Griff. Aber die Technik ist nicht alles. Die gemeinsame Kaffeepause, das Gespräch unter 4 Augen, die informellen Gespräche nach dem offiziellen Teil, das alles sind Elemente der Kommunikation und des einander Verstehens, die allein durch Bild- und Tonübertragung nicht ersetzt werden können. Nicht annähernd. Klar, durch den aktuellen Zwang sehen wir, was möglich ist, aber auch wo die Grenzen und unerwünschten Nebenwirkungen der digitalisierten Kommunikation liegen. Höchste Zeit für solide Studien in unterschiedlichen Anwendungsbereichen bzgl. der Auswirkungen, gerade des Arbeitens von zu Hause aus. Unterschiedliche Szenarien Da haben wir die klassischen firmeninternen Meetings, die Teilnehmer kennen sich normalerweise und wenn es um die Präsentation und Diskussion von Inhalten geht, so kann ein erheblicher Anteil persönlicher Meetings ersetzt werden. Vorausgesetzt, man hat zu Hause die entsprechenden Möglichkeiten, die jedoch keineswegs vorausgesetzt werden können. Eine ruhige Ecke mit ausreichender Abschottung vom häuslichen Geschehen ist das eine. Aber auch eine ergonomische Ausstattung gehört dazu, die nun weiß Gott nicht jeder zu Hause hat. Fragen der Computer-Sicherheit sind zu lösen, arbeitsrechtliche Fragen zu klären, steuerliche Möglichkeiten ebenso. Freiere Zeiteinteilung klingt zunächst gut, setzt aber eine ausgeprägte Vertrauenskultur und die Fähigkeit zum selbstständige(re)n arbeiten voraus. Das Gehirn braucht mehr als Bild und Ton Da gibt es aber auch andere Aspekte, die einem nicht auf Anhieb in den Sinn kommen. Etwa bei Online-Kursen: Ein persönliches Kennen kann hier nicht vorausgesetzt werden, die Startbedingungen sind anders. Vertrauen und Sympathie muss zunächt - am Bildschirm - erarbeitet werden. Im Laufe längerer Zeitstrecken stellt sich ein Phänomen ein, dass einem klarmacht, dass Erinnerungen im Gehirn in mehrfacher Hinsicht verknüpft werden und weit über Bild- und Tonsignale hinausgehen. Kleine Ereignisse in einem Präsenzunterricht, unbeabsichtigte Vorfälle, Wetterereignisse, Zuspätkommen, Peinlichkeiten, Störungen, Lachen über Scherze, sehr vielfältig sind die Eindrücke, die das Individuum mit der Vermittlung von Lernstoff verknüpft und das Erinnern erleichtert. All das fehlt in der digitalen Kommunikation, das sich auf Bild und Ton reduziert. Viel Stoff für lernpsychologische Studien. Und die Gesundheit? Anhängig vom Berufsbild treten aber auch gravierende Einflüsse auf arbeitsmedizinische Belange auf. Es macht einen himmelweiten Unterschied, ob man - etwa als Programmierer oder technischer Zeichner - zwar im Prinzip bildschirmgebunden arbeitet, aber nach Gutdünken kleine Pausen einlegen kann, entspannte Positionen einnehmen darf, diese auch öfter mal wechseln kann, im Vergleich zu dialogorientiertem Interagieren mit anderen Personen, welches den Homeworker doch in eine wenig entspannte Position vor dem Bildschirm zwingt. Nimmt dies einen großen Teil der Tagesarbeit in Anspruch, dann sind Haltungs- und Sehschäden und die bekannten Wirkungen eines Bewegungsmangels vorprogrammiert. In vielen Lebensbereichen sind wir nun ohne größere Vorbereitung in Zwänge hineingerutscht, die nicht ohne weiteres auf mittlere Sicht beibehalten werden können. Da gibt es verdammt viel zu tun und nur ein Bruchteil dessen hängt an der hinreichend bejammerten Infrastruktur des Internet.
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Tom Can
06. Feb. 2021
In WIRTSCHAFT
Bereits seit Anfang der 90er gab es immer wieder Ansätze, das Internet als Plattform zur Synergiegewinnung zu nutzen. Wer erinnert sich nicht an letsbuyit, wo sich in der Werbung Ameisen zu Einkaufsgemeinschaften zusammentaten, um günstigere Preise zu erzielen? Ich glaube, das war damals meine erste richtig schlechte Erfahrung mit Aktien. Oder my-hammer, wo Auftraggeber ihre Projekte einstellen und Handwerker Angebote machen können. Ob Ferienhausvermietung oder Sprachunterricht, ob Auktionen oder Handelsplattformen, es gibt mittlerweilen zahlreiche derartige Beispiele und ich habe keine Zweifel, dass sowohl auf Anbieter- wie auch Auftragsseite ein ordentlicher Nutzen entstehen kann. Anbieterseitig wird u.a. der Marketing- und Akquiseaufwand drastisch reduziert, auftraggeberseitig profitiert man von höherer Transparenz, insbesondere in Sachen Preisvergleichbarkeit. Viele Plattformen bieten - zusätzlich zur Vermittlungsfunktion - noch eine ganze Reihe von Zusatzservices, etwa das Schalten von Anzeigen, Bezahlfunktionen, Zufriedenheitsrankings und und und. Der Spaß hört aber auf, wenn sich auf Seiten der Plattformen monopolartige Strukturen herausbilden, die Aufgrund ihrer marktbeherrschenden Stellung in die Lage versetzt werden, die Preise für die Teilnahme an der Plattform in die Höhe zu treiben unter gleichzeitiger Abnahme der Servicequalität und der Innovation. Die Anbieterseite wird nach und nach immer abhängiger von der Verfügbarkeit der Plattform(en) und läuft Gefahr, einige Teilkompetenzen, die nicht mit der direkten Wertschöpfung zu tun haben, zu verlieren. Zwar ist der Aufbau eigener Plattformen in der Zwischenzeit dank entsprechender Baukästen einfacher geworden, trotzdem bestehen Tendenzen des Missbrauchs von Marktmacht durch die eine oder andere Plattform. Eine weitere Zeiterscheinung besteht darin, dass formale Anforderungen und Bürokratieaufwand nicht selten derartige Ausmaße annehmen, dass der einzelne Unternehmer damit überfordert wird, keine wirkliche Wahlfreiheit mehr besteht und die Abhängigkeit von Plattformen weiter steigt. Zudem kann die hohe Preistransparenz dazu führen, dass dieses Kriterium die Auswahlprozesse dominiert. Es gerät also schlimmstenfalls gleichzeitig der Preis eines Service unter Druck und die an die Plattform zu entrichtenden Kosten erreichen ungerechtfertigt hohe Anteile. Was dann gerade für den kleinen Einzelunternehmer übrig bleibt, kann erschreckend wenig sein. Und leider hat sich auch auf diesem Bereich gezeigt, dass Europa in wichtigen Bereichen weder US-amerikanischen noch chinesischen Plattformen viel entgegenzusetzen hat. Verfolgt "Europa" vielleicht die falschen Ziele oder liegt es - mal wieder - an der fehlenden gemeinsamen Sprache?
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Tom Can
05. Feb. 2021
In VISIONEN
Derzeit kann man zu dem Eindruck kommen, dass lediglich die - teils wahnwitzigen - Visionen einiger weniger ans Licht der Öffentlichkeit kommen. So fabuliert IT-Milliardär BG von Revolutionen im Gesundheitssystem. Ein anderer - man könnte ihn als Netzwerker im fortgeschrittenen Alter bezeichnen - träumt gar von einem Neustart der ganzen Welt. Die Lenker einer bezopften jugendlichen Skandinavierin wollen der Natur ein Schnäppchen schlagen und das Klima retten und dabei gleich alles über Bord werfen, was den Menschen Wohlstand gebracht hat. Ein vorwiegend durch das - auch nicht unumstrittene - Thema Elektromobilität bekannt gewordener Kreativer lässt Dutzende von Satelliten ins All schießen, um unseren Planeten mit flächendeckendem schnellen Internet zu überziehen. Und Telekommunikationsanbieter skizzieren uns die Unabdingbarkeit von Errungenschaften, wie die automatische Bestellung von Milch und Eiern durch den Kühlschrank. Wer sang noch gleich in der Neuen Deutschen Welle "der Wäschetrockner flirtet mit dem Video..."? Ja, es war Spliff mit ihrem - damals visionären - Beitrag "Computer sind doof". Woran sich auch nicht sooo viel geändert hat, jedenfalls weniger, als mancher in der Politik agierende IT-Laie so glaubt. So weit, so gut. Das Problem ist, dass diese Visionen, die sich teilweise bereits in Umsetzung befinden, keineswegs kompatibel zu den Visionen des Einzelnen oder auch nur der Mehrheit der Bevölkerung sind. Ich halte es für relativ illusorisch zu glauben, dass ein breiter gesellschaftlicher Konsens überhaupt möglich sein wird. Zu unterschiedlich sind Kulturen, zu verschieden die Vorstellungen, zu zahlreich die Sprachen. Aktuell reden wir von massiven Einschränkungen unserer Freiheit, womit wir weitestgehend Einschränkungen in unserem eigenen Mikrokosmos meinen. Aber was ist mit der Freiheit, eine Vision auch ablehnen zu können, indem wir uns dieser entziehen? Wie soll man sich etwa 5G-Strahlung entziehen, wenn diese flächendeckend installiert wird? Kann man sich staatlichen regulierenden Maßnahmen entziehen, wenn es vielen Politikern nicht nur an Ethik und Moral, sondern ganz offensichtlich auch an Intelligenz und Weitblick fehlt? Die entscheidende Frage ist doch, wie wir die Freiheit unseres persönlichen Lebensmodells aufrechterhalten können. Wenn eine Mehrheit(?) der deutschen Bürger die aktuelle Politik befürwortet und ich mit den Entwicklungen nicht konform gehe, dann möchte ich die Möglichkeit haben, mich diesem durch Niederlassung in einer anderen Region zu entziehen. Wenn nun aber die komplette EU nach Merkels Pfeife tanzt, wird dies schon schwieriger. Warum kann man nicht - z.B. auf Ebene der EU - zu einem Modell kommen, bei dem verschiedene Regionen (nicht zwangsläufig die heutigen Landesgrenzen) verschiedene Lebensmodelle offerieren? Diese Regionen unterscheiden sich möglicherweise ganz erheblich in ihrem Angebot für die Bürger. Da mag es dann Regionen geben, die attraktiv sind, wenn man mit körperlicher und/oder geistiger Arbeit Geld verdienen will. Es mag Regionen geben, die gut für den Ruhestand geeignet sind. Es mag Regionen geben, die für Forschung und Innovation stehen, andere vielleicht für Energieerzeugung. Ich nenne das mal "strategische Ausrichtung" der jeweiligen Region. Abhängig von der strategischen Ausrichtung müssten die Regionen unterschiedlich organisiert sein, manche mit strafferer zentralerer Führung und andere mit eher dezentraler Ausrichtung und höherer Autonomie des Einzelnen. Eine Art freie Marktwirtschaft zum Anbieten und Akzeptieren von unterschiedlichen Lebensmodellen. Heute bildet noch immer die Sprache die vermutlich größte Barriere für eine Wahlfreiheit des persönlichen Standortes. Müsste vielleicht an einem neuen "Esperanto" gearbeitet werden oder glauben wir, dass die automatische Übersetzung dies in absehbarer Zeit überflüssig macht? Ich muss sagen, dass sich mein eigener Traum von einer gemeinsamen EU so ziemlich in Luft aufgelöst hat. Und wenn ich anfangs die Brexitianer für irre hielt, hat sich auch da meine Meinung inzwischen geändert und ist differenzierter. Ich bin ziemlich sicher, dass die Vision einer EU verschiedenster Regionen eine deutlich bessere Akzeptanz und Zukunft hätte, als die sich abzeichnende zentralistische, vor Bürokratie überbordende Variante, die seit vielen Jahren praktiziert wird und die ihre Unfähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt hat, gipfelnd aktuell in der Tatsache, dass einer der bewiesenermaßen unfähigsten Politikerinnen die Chance gegeben wird, ein so komplexes Thema wie Vertragsgestaltung und Logistik für Impfdosen managen zu können. (Nun ja, vielleicht ist Unfähigkeit in diesem Fall sogar vorteilhaft). Können wir stattdessen eine EU der Regionen gestalten, in welcher Brüssel nur den gemeinsamen Nenner abbildet und bestimmte Zentralfunktionen (so viele wie unbedingt nötig und so wenige wie möglich) ausübt? Eine EU der autonomen Regionen (nicht Staaten), die verschiedene Lebensmodelle offerieren? Und vor allem eine EU, in der die Bürger sich selbst für ihr Lebensmodell entscheiden und dies auch im Laufe ihres Lebens wechseln können. Dies dürfte auch kompatibel zur Erhaltung unterschiedlicher Kulturen sein, denn Kultur ist stärker mit der Region als mit dem Staat verwurzelt. Aktuell versuchen bestimmte Akteure sich nicht mit solchen Kleinigkeiten abzugeben, sondern gleich die ganze Welt neu zu gestalten. Also der Versuch, mehrere (Fehl-?)Entwicklungsstufen auf einmal zu nehmen. Und wie so oft, wenn man - gerade im fortgeschrittenen Alter - versucht, mehrere Stufen auf einmal zu nehmen, wird man ins Stolpern geraten und scheitern. Backen wir also kleinere Brötchen, backen wir unterschiedliche Brötchen für verschiedene Geschmäcker, nicht das Einheitsbrötchen für alle. Und überlassen wir die Herstellung der Brötchen nicht Menschen, die das nicht können. Ich schließe diesen Beitrag nicht ab mit den Worten "Wir schaffen das", sondern ich stelle die Frage "Wie schaffen wir das"?
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Tom Can
05. Feb. 2021
In UMWELT
Ich kann mich noch gut erinnern, wie erstaunt mein Vater war, als ich ihn im zarten Alter von vielleicht 9 Jahren darauf hinwies, dass es sich nicht gehört, Müll aus dem fahrenden Auto zu werfen. Wir hatten das in der Grundschule durchgenommen und es zeigte offenbar Wirkung. Das Ganze ist mehr als 50 Jahre her und leider sind solche Ansätze zumindest nicht bin in den Süden Teneriffas vorgedrungen. Vor ca. 10 Jahren führten wir in einem TF-Forum eine Aktion durch, Autowracks am Straßenrand zu fotografieren und mit GPS-Daten in das Forum einzustellen. Und siehe da, es zeigte Wirkung und nach und nach verschwanden die Wracks, auch nachdem einige Gemeinderäte darauf aufmerksam gemacht worden waren. Leider ist es aber immer noch an der Tagesordnung, dass Dosen, Flaschen, Essenskartons etc. aus dem fahrenden Auto in die Landschaft entsorgt werden. Das Foto zeigt eine kleine Sammlung von Dreck, der sich innerhalb nur eines Tages auf einer Wegstrecke von ca. 100 Metern auf nur einer Seite einer mäßig befahrenen Landstraße angesammelt hat. Ziemlich traurig. Wie kann man dem beikommen?
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Tom Can

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